Sonntag, 30. Juli 2017

Die Magie des Sommers


Anika Beer

Kieselsommer

Ab 12 Jahren


Paperback, KlappenbroschurISBN: 978-3-570-15773-214,99€cbj 

Der beste Sommer überhaupt?

Der erste Urlaub ohne Eltern! Tilda und ihre beste Freundin Ella können es kaum erwarten. Zwei Wochen gehört ihnen das Ferienhaus von Tildas Tante im Spreewald ganz allein. Mit Terrasse und eigenem Boot. Das wird der beste Sommer ihres Lebens! Doch dann fängt Ella ein Glühwürmchen und wünscht sich die große Liebe – und am nächsten Tag taucht Mats auf. Mats, der irgendwie ganz besonders ist. Ella glaubt an das Schicksal und dass Mats und sie füreinander bestimmt sind. Doch Tilda traut Mats nicht über den Weg und fühlt sich mehr und mehr wie das fünfte Rad am Wagen. Aber muss man seiner besten Freundin nicht alles Glück der Welt gönnen?




"Kieselsommer" weist ein sehr gemütliches und entspanntes Cover auf, welches aber nur vorgaukelt sich in einen Sommerroman zu begeben, der absolut friedvoll wie auf dem Bild zu sein scheint. Der Jugendroman erfüllt alle Klischees, die ich von einem Roman erwarte und trotz allem Neid, jeglicher Eifersucht und Herzschmerz, ist es einfach nur herrlich sich in den Spreewald zu begeben, um dort aufzuatmen und aufzutanken. "Kieselsommer" hat mir ganz viele schöne Lesemomente geschenkt. Momente, in denen ich die Hände über den Kopf zusammenschlug über das Verhalten der beiden Protagonistinnen Tilda und Ella und Momente, in denen ich mich ganz auf die Story einlassen konnte und ebenfalls Urlaubsfeeling aufkommen konnte. "Kieselsommer" beinhaltet ganz viele magische Momente, die von der ersten Liebe zerren, aber eben auch Horoskope und dem Schicksal in den Vordergrund stellen. Es zeigt ganz klar, dass man nicht alles glauben sollte was man liest und sich definitiv nicht fremdbestimmen lassen sollte. Wer Horoskope um Rat fragt hat schon verloren, aber das ist meine eigene bescheidene Meinung hierzu. Ella hätte sich einigen Herzschmerz erspart, wenn sie nur auf ihr Herz gehört hätte, aber wahrscheinlich wäre der Roman dann zu langweilig geworden? 
Tilda, die sich eigentlich nur Urlaub mit ihrer besten Freundin wünscht, fühlt sich durch Mats gestört, was auf der einen Seite verständlich ist, auf der anderen Seite aber Facetten annimmt, die in einer Freundschaft nicht vorherrschen sollte. Niemals kann ein Mensch nur für eine Person da sein, sondern muss seine Fühler auch anderswo hinstrecken können. Natürlich sollte man auch nicht ausgrenzen, sondern einbeziehen, wenn man urplötzlich die Liebe für sich entdeckt. Einiges hätte anders laufen können, wenn beide Mädchen ehrlich zueinander gewesen wären. Nicht engstirnig, bockig oder im siebten Himmel, dennoch ist diese, was den Reiz der Story ausmacht, denn durch das Gefühlschaos beider Mädchen ist Stress quasi vorprogrammiert.
"Kieselsommer" ist definitiv keine sanfte Geschichte, denn es kommt zu Konflikten, die sich komplett zuspitzen und die jahrelange Freundschaft der beiden Mädchen zerstören könnten. Wer also ein Friede - Freude - Eierkuchen - Buch erwartet, liegt komplett falsch. Trotzdem kann ich eine bedingungslose Leseempfehlung vergeben, da sich viele Wohlfühlmomente im Verlauf der Story entwickeln konnten und auch wenn es hier und da krieselte, gab es viele wunderbare Augenblicke und diese überwogen letztendlich. "Kieselsommer" ist ein ideales Buch, um sich hinwegzuträumen und den Alltag hinter sich zu lassen. Es ist nicht perfekt, aber was ist das schon? 

 ★★★



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